Elektrische Zahnbürsten im Vergleich

Letztens beim Zahnarzt. Wir kommen ins Reden, weil ich mich mit einem meiner Testobjekte selbst um eine Lage Zahnschmelz geschrubbt habe, und nun ein hübsches Loch habe, welches beim Lächeln wie ein Stück Brösel zwischen den Zähnen aussieht.
"Ach, Sie testen Zahnbürsten? Können Sie uns Ihre Erfahrung mal aufschreiben, damit wir das hier in der Praxis haben, und unsere Patienten besser beraten können? Auch gerne Ihre Erfahrungen zu Mundduschen?"
Ja, was man nicht alles als Tester macht.

Also hier nun auch für alle die es interessiert, meine Erfahrung aus bald 5 Jahren Schrubben mit den verschiedenen Zahnbürsten von Braun und Philips.

Zuerst die prinzipiellen Unterschiede: Philips vibriert, Oral-B bewegt die Bürstchen-Köpfe kreisförmig, rotierend.
Beides ist unterm Strich viel besser als Putzen mit einer simplen Plastik-Bürste, welche komplett manuell bewegt werden will. So schnell kann ich gar nicht mit der Hand wackeln, um den Effekt einer elektrischen Zahnbürste zu erzielen.

Der Schwachpunkt der Oral-B-Zahnbürsten sind meiner Erfahrung nach die Bürstenaufsätze.
Bis auf die Cross-Action sind ausnahmslos alle Bürstenköpfe sehr hart, von den Nylon-Borsten her.
Es gab mal von Dr.Best Ersatzköpfe, die wesentlich besser waren, und noch einen eingebauten "Druckminderer" hatten, man also die Bürste nicht zu fest aufdrücken konnte. Mit diesen Aufsätzen habe ich meine Zähne mit Abstand am Besten geputzt, leider, leider wurden diese Köpfe komplett vom Markt genommen, den Grund kann man sich natürlich denken.
Hätte Braun nicht die Cross-Action Bürstenaufsätze im Sortiment, gäbe es von mir deshalb keine Empfehlung für Leute mit schwächelndem Zahnschmelz.
Inzwischen gibt es beim dm wieder günstige No-Name-Ersatzbürstchen zu kaufen, die zumindest ok sind. Nicht die Qualität meiner geliebten Dr-Best Aufsätze, aber besser als die original Bürstchen, weil sanfter zum Zahnschmelz.

Die besten Oral-B-Bürsten sind die der neuesten Generation, die Bluetooth-Anbindung ist zwar netter Schnickschnack und Verkaufsargument, funktioniert immerhin sehr gut und macht ab und an Spaß.
Es sind auch neue Motoren verbaut, und Li-Ion-Akkus, was einen deutlichen Unterschied zu den älteren Bürsten macht. Und mit deutlich meine ich DEUTLICH.
Die Zähne lassen sich angenehmer und noch gründlicher putzen, und es ist irgendwie nicht mehr so ein Druck drauf, wie bei den alten Bürsten, anders kann ich es nicht erklären.

Die Oral-B-Bürsten halten sehr lange, mir ist hier bei den Braun Handteilen bisher nur der Akku kaputt gegangen, und das auch erst nach etwa drei Jahren intensiver Nutzung, was ok ist, die Akkuqualiät betreffend.
Natürlich kann man den Akku offiziell nicht auswechseln; Bastler finden im Netz genügend Tipps, wie es doch geht.

Insgesamt sind die Philips Sonicare aus genau einem Grund etwas besser, nämlich wegen genau der Bürstchenköpfe. Die Braun Aufsätze sind innen hohl und es sammelt sich sehr schnell jede Menge Zahnpasta-Rückstand in diesem Hohlraum, der sich zur Bakterien-Schleuder entwickelt.
Es wird zwar in der Anleitung zu den Oral-Bs genau darauf hingewiesen, aber was ich schon in fremden Badezimmern gesehen habe, wie diese Aufsätze aussahen, nun ja.
Die Sonicare Aufsätze sind wie normale Zahnbürsten gebaut und innen nicht hohl, sie lassen sich wesentlich leichter hygienisch sauber halten. Es gibt auch mehr Auswahl für empfindliche Zähne, mit weicheren Bürstchenaufsätzen.

An das Vibrieren des Motors der Sonicare muss man sich allerdings gewöhnen; die Braun Bürsten sind für komplette Anfänger im Bereich elektrische Zahn-Bürste viel angenehmer, weil sie nicht so stark vibrieren.

Vom Putzergebnis sind beide etwas gleich auf, wobei man mit der Sonicare eher wie mit der klassischen Zahnbürste arbeiten sollte, also in kreisenden Bewegungen; die Braun Bürsten erledigen das von alleine, mit den kreisenden Bewegungen und sind somit wiederum besser für Zahnputzmuffel geeignet, die morgens ohnmächtig vorm Badezimmerspiegel stehen, und noch zu keiner Koordination fähig sind.

Ein weiterer Nachteil der Sonicare Bürsten ist auch, dass sie wesentlich empfindlicher sind, als die Oral-B-Handteile, und schneller kaputt gehen, was man in den zahllosen schlechten Bewertungen im Netz nachlesen kann. Es empfiehlt sich unbedingt, die Rechnung aufzuheben, oder sich gleich für eine Garantieverlängerung bei Philips zu registrieren.

Für beide Marken sind die Ersatzbürstenköpfe relativ teuer, für Braun gibt es wie gesagt, No-Name-Köpfe beim dm zu kaufen, die eben ihren Zweck erfüllen und gut auf das Handteil passen, allerdings nicht ganz so gut sind, wie zb die Original Cross-Action-Köpfe.

In Verbindung mit einer guten Zahncreme wie zb der sehr guten Sole Sensitive Zahncreme von Wala Hauschka machen diese Bürsten einen klaren Unterschied zum Putzen mit der Hand.
Sowohl beim Exmann als auch bei meinen Zähnen sind Beläge, Entzündungen, Karieslöcher, etc stark zurück gegangen.

Und weil das Testerleben so schön ist, benutze ich beide Bürsten, die Oral-B meistens morgens, die Sonicare eher abends.

Nur eben mein schwacher Zahnschmelz hat die Schrubberei auf den Vorderzähnen mit kleinen Löchern quittiert. Für meinen schwachbrüstigen Zahnschmelz kann halt aber die Bürste letztlich nichts dafür.
Wer aber Probleme hat, mit weichem Zahnschmelz, sollte aufpassen, und nur die Sensitiv-Bürstenaufsätze benützen, nicht länger als zwei Minuten insgesamt putzen, und ein Tässchen grünen Tee am Tag trinken, damit genügend Fluorid im Zahnschmelz eingelagert werden kann.

Mein momentaner Zahnputzfuhrpark, seit bald 4 Jahren, mit wechselnden Modellen von Braun und Philips:

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